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Pfannlochbefahrung am 26.09.2004

Schon lange treibt mich der Gedanke endlich wieder mal die eher unbekannte aber sehr schöne und vor allem große Höhle zu befahren. Vor allem nach einem gescheiterten Versuch vor zwei Jahren, wo wir den Einstieg nicht finden konnten, und somit resignierend das Taubenloch aufsuchten, welches auch bei schlechtesten Wetter zu finden ist. Als das Hauptproblem von Harry und mir gelöst war, nämlich einen Termin zu finden wo beide Zeit haben, konnte es losgehen.

Treffpunkt um sieben bei Walter im Sonnenhof. Ein ordentlicher Regen kam auch zu unserem Treffpunkt. Dieser konnte zwar den Willi welcher auch mitwollte abhalten, aber Harry und ich waren zu entschlossen um uns von "Lou vertical" abhalten zu lassen. Nach Materialausgleich und Planstudium machten wir uns um halb acht auf den Weg. Zur erheblichen Zeitersparnis hatten wir die Mountainbikes dabei, womit der Zustieg eigentlich Anfahrt zur Bärenlacke sich auf eine viertel Stunde verkürzte. Bei den Scheitern wo der Abschnürz zum Steig in die Pfann angeht versteckten wir die Räder. Aber nicht vor Diebstahl, sondern um nicht Unmut bei den Jägern zu erregen. Beim wegfahren hat der Regen schon aufgehört, und somit wurden wir durchs Schwitzen vom Aufstieg nass. Währen dessen fiel mir ein, der Plan liegt im Auto. Aber macht nix kamen wir zum Schluss, den haben wir uns ja eh gut angeschaut. Nach dem eher weniger genussvollen Aufstieg über das Schotterkar der Pfann standen wir endlich am Eingang von unserem Projekt Pfannloch

Halb Zehn ist es Schon. Endlich angeschirren und rein in die gute Stube. Nach den ersten paar Metern im Hundegang konnten wir aufrecht gehen, und die erste Abseilstelle war auch gleich erreicht. Nach dieser kam dann auch schon der Einstieg zum Kameradschaftsdom, wo wir wieder eine bestens sanierte Abseilstelle vorfanden. Nach ca.7-8 Metern Schachtabstieg folgt ein freies hängen mitten in der Decke einer Halle mit einer Höhe von 20 Metern, und einer Ausdehnung von ca.20x50 Metern. In dieser sollte sich unser Planvergessen rächen. Da ich vom Weiterweg nur eine nach links abfallende Parallelspalte im Kopf hatte, begann das suchen. Einer Markierung folgend fanden wir eine enge Spalte. So eng , das der Harry erst mal ein paar Steine aus dem Weg räumen musste, um sein durchkommen zu ermöglichen. Nach dieser Passage kam die große Enttäuschung: Die Engstelle war nur eine Schleife, und ein von der Decke hängende Seil gab uns den Hinweis, das wir uns wieder im Kameradschaftsdom befanden. Nach einigen suchen fanden wir noch einen kleinen Schlot, bis ich meine links abfallende Spalte fand welche in den schwarzen Dom weiterführt. Begeistert vom Schein unserer Karbidlampen, welche wir bei dieser Tour zum ersten mal in Verwendung hatten finden wir die nächste Abseilstelle. Obwohl neu eingerichtet, können wir den Gedanken des Sanierers nicht folgen, da einige Umsteigstellen nicht komfortabel sind, und auch nicht notwendig. 15 Meter tiefer stehen wir im Ötschertunnel, und setzen unseren Weg über teils sehr großes Blockwerk fort. Teilweise geht es nur langsam voran, da die Wegfindung im großen Blockwerk nicht einfach ist. Nach ca.2 ½ Stunden ist auch mal eine Karbidfüllung notwendig. Frisch erleuchtet gehen wir weiter. Aber anstatt den links wegführenden Septembergang zu finden, stehen wir vor einem Abbruch der in einen Wasserführenden Dom führt. Fluchend stellen wir fest , das der Plan wieder nicht von Nachteil wäre. Auch der weitreichende Handscheinwerfer lässt uns keinen Weg erkennen. Nach einigen suchen kann ich eine Fortsetzung finden, und wir stellen fest das wir uns auf der Wegscheid befinden. Frisch motiviert folgen wir dem Schachttunnel. Dieser fordert teilweise einiges an Gewandtheit, was uns sehr gut gefällt. Auch Schmuck tritt an den Tunnelwänden auf. Wobei wir aber nur verschiedene Versinterungen erkennen können, aber leider keinen Tropfsteinschmuck finden. Ein Stück weiter sind wir fast am heutigen Ziel: Nämlich an der großen Abseilstelle zur Kathedrale. Dort unten sollte der Gang der gläseren Moose auf uns warten. Aber ein Blick auf die Uhr lässt uns zur Umkehr beschließen. Da ein Grund der Befahrung auch das Erkunden der "Führbarkeit " war, und wir eine Ergänzung an der Abseilstelle notwendig fanden, setzten wir noch einen Expressanker mit der Blutdruckhilti. Nach getaner Arbeit und einigen Fotos begann der Rückmarsch. Da es schon 1445 Uhr war und Harry auch noch den breiten Weg nach Hause vor sich hatte "stfften" wir etwas an. Gehend, spreizend, kriechend und schliefend erreichen wir das Ende vom Ötschertunnel, den schwarzen Dom. Nach dem Einsatz vom Steigzeugl folgt der Schluf in den Kameradschaftsdom. Die Karbidlampen fordern durch laufendes ausgehen auch noch ein Füllung. Da wir aber dem Ausgang schon nahe sind setzen wir unseren Marsch mit elektrischer Beleuchtung fort. Mitten im Kameradschaftsdom hängt schon der weisse Faden von der Decke welcher für den Aufstieg notwendig ist.

Nicht auszudenken wenn der aus welchen Grund auch immer weg wäre. Zumindest hätte es ein langes warten zur Folge, denn die Alarmzeit ist mit 2200 Uhr angesetzt.

Oben angekommen setzt ordentlich ein Bewetterung ein, was ein leichtes frösteln hervorruft. Endlich hatten wir mal eine durchgehende Steigstelle, wo wir das Seil durch eine angehängten Schleifsack spannen konnten. Somit mussten wir das Seil nicht immer unter der Steigklemme rausziehen, was das Aufsteigen um einiges angenehmer machte. Die Bewetterung bestätigte auch schon die Tagnähe, und wir waren um 1700 Uhr wieder Obertags. Mit ein paar Bildern von uns verschlammten Figuren bestätigten wir noch mal die Tour.

Eiligst versorgen wir unser Zeugl, um die fast 600 Meter zu den Rädern abzusteigen.

Um die Tour würdig zu beenden kehrten wir noch zum Rudi zu, und beruhigten unsere doch schon knurrenden Mägen mit einem deftigen Grillteller.

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